Künstler

Alexander Habisreutinger

o.T., Sperrholz von Obstkisten, 2013,
30 x 38 x 30 cm

„Astinstallation_l“, 2013,
Weidenaeste, 82 x 94 x 50 cm

o.T., Fundholz, 2012,
50 x 38 x 38 cm

o.T., Tusche auf Zeichenkarton, 2016,
30 x 40 cm

„Multiplex_Remix_10“, 2015,
Sperrholz, Acrylfarbe, 50 x 90 x 21 cm

„Multiplex_Remix_11“, 2017,
Sperrholz, Acrylfarbe, 29 x 39 x 12 cm

o.T., Haselnussholz, 2015,
30 x 50 x 22 cm

o.T., Hainbuchenaeste, 2016,
52 x 80 x 46 cm

Arbeitsweise

Grafischen Charakter besitzen die Werke von Alexander Habisreutinger, der als Meisterschüler von Gustav Kluge sein Studium an der Karlsruher Akademie 2008 abschloss. Sowohl seine Druckgrafiken und Sperrholzzeichnungen als auch seine Skulpturen offenbaren die Linie als beherrschendes Gestaltungsmittel. Auf seinen klassisch anmutenden Radierungen scheinen die schlingernden, schwerelosen Linien und Knötchen in wimmelnder Bewegung begriffen und sich zu kleinen tanzenden oder gar kämpfenden Figuren zusammenzuschließen. Fast meint man, die barocken Schlachtenschilderungen eines Jacques Callot aus dem l7. Jahrhundert als Pate ausmachen zu können, doch offenbaren die schattigen Linien der reißenden Kaltnadel eine informelle Arbeitsweise.

Diese wirbelnden Formen der Radierung tauchen auch in den Sperrholzzeichnungen des Künstlers auf.
Technisch sind sie den Radierungen durchaus verwandt, schneidet der Künstler die züngelnden Linien doch mit einem scharfen Werkzeug in die weiß bemalten Platten. Die unterschiedlichen Schichten des Sperrholzes, rotbrauner Leim und hellbraunes Holz, bestimmen je nach Tiefe des Schnittes die Farbe der herausgeschnittenen Fläche. Wie auf den bedruckten Blättern scheinen sich die schwirrenden Knäuel zu organischen Wesen zusammenzubinden und plastisch aus der Fläche zu treten.
In seinen lnstallationen führt der Künstler die Linie endgültig in den Raum:
Holzskulpturen, die reliefartig aus der Wand wachsen oder sogar den ganzen Saal durchmessen, verbinden sich zu plastischen Linienknäueln….
Auch hier offenbaren die Formen einen organischen Charakter, wobei die Schwerelosigkeit seiner zweidimensionalen Liniengespinste im Raum eine große Bewegungsfreiheit evoziert.

Dr. Dorit Schäfer