Künstler

André Gilbert Schmucki

„Deep in sleep“, 2016, Oel auf Leinwand,
90 x 120 cm

„Peaceful“, 2016, Oel auf Leinwand,
70 x 90 cm

„Drifting Clouds“, 2016, Oel auf Leinwand,
80 x 120 cm

„Listening“, Oel auf Leinwand,
80 x 120 cm

„Traverse“, 2015, Oel auf Leinwand,
60 x 90 cm

„Tagency“, 2014, Oel auf Leinwand,
75 x 100 cm

Arbeitsweise

Ein Bild sind zwei Bilder. Das ist weder falsch noch höhere Mathematik – jedenfalls wenn es sich um ein Gemälde des in Luzern lebenden und arbeitenden Künstlers André Schmucki handelt.

Der Maler und Dozent, hat eine spezielle Art entwickelt, in der er seine komplexen Bilder produziert.

Erst wird der Künstler als Fotograf tätig. Dann als Maler, wenn er das auf Leinwand projizierte Fotomotiv in Airbrushtechnik reproduziert und in einem weiteren Schritt in freier gestischer Malerei „übermalt“.

Malerische Doppeldeutigkeit
Das Resultat ist ein Bild, in dem sich zwei Bilder überlagern und zu einem neuen verschmelzen. Die Mischung aus Resten der fotorealistischen Airbrush-Malerei und der abstrakten Übermalung verleihen den Bildern von André Schmucki etwas surreal Gespenstisches. Die Werke sind einerseits eine Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Bild und Abbild und andererseits poetische Bilderrätsel von malerischer Doppeldeutigkeit. Unsere Gegenwart ist gekennzeichnet von der Auslagerung der Gefühle in die Sphären des Digitalen. Der unmittelbare Kontakt von Mensch zu Mensch spielt immer weniger eine Rolle in der heutigen Kommunikation. Die feinsinnige, subtile Beschäftigung des Künstlers mit der Distanz hingegen erzeugt eine Atmosphäre, die ganz leise und intim eine geradezu “berührende” Verbindung zur haptischen Welt wiederherzustellen vermag. Die Ausstellung zeigt entrückte Bildnisse voller Sehnsucht, romantische Begegnungen in der Natur und thematisiert auf der anderen Seite auch die Isolation, Verstörung und Unnahbarkeit des Individuums in einem mitunter mystisch-selbstreferentiellen Umfeld.

Uwe Goldenstein