Ausstellungen

Ausblick

Sich mit malerischen Mitteln ein Bild von der Welt zu machen erfordert Beständigkeit im Wahrnehmungsprozess. Gegenüber den enormen digitalen Bilderfluten unserer Zeit gewinnt Malerei deshalb an Kraft. Wo soziale Medien nur das leicht kommunizierbare honorieren und die Welt immer plakativer machen, findet künstlerische Subjektivität in der Malerei einen Schutzraum, wo das Inkommensurable gedeihen kann. Die Ausstellung zeigt drei Maler, die diesen Raum in ihren Bildern ausloten.

Catherine Bourdons
Bilder sind Kategorien zugeordnet, die aus der klassischen Kunst vertraut sind, aber gleichzeitig ironisch unterlaufen werden. Bei ihr sind „Natur“ Autobanen und „Marinestücke“ Boote mit Flüchtlingen. Motive, die unserer Gegenwart verhaftet sind, aber von ihrer energetischen Malerei aufgesogen und verwandelt werden.

Jacob Roepkes Serie von Bildtafeln erinnert an die Collagenromane von Max Ernst, doch hat er die „Mechanisierung der Inspiration“, wie Max Ernst sie nennt, noch weiter getrieben. Die schiere Masse seiner Tafeln erscheint wie eine akribische Untersuchung: Wie weit trägt die Idee, ein Motiv (Mann im Anzug in absurden Situationen) nach wenigen gestalterischen Regeln zu kombinieren?

Fabian Weineckes Arbeiten beziehen ihre Spannung aus eigensinnigen Figurenkonstellationen und bildnerischen Setzungen, die mit subtilem Humor die Grenzen des Erlaubten von Malerei ausloten. Künstlerische Herangehensweisen wie die guckkastenhaften Kompositionen bei Spitzweg oder die Spachteltechnik chinesischer Malfabriken, von anderen verschmäht, bekommen in seinen Bildern eine neue Qualität.