Ausstellungen

Ausblick

„In Gajeks Stadtbildern begegnet der Betrachter nur selten menschlich anmutenden, sehr kleinen Figuren, die sich als Staffage verstehen. Stattdessen bewegen sich Rehe, Hirsche, Leoparden, Tiger zwischen Autokolonnen, springen über Lastwagen, stehen verlassen vor Hochhäusern auf zumeist menschenleeren Straßen und schauen den Betrachter mit fragendem, seelenvollem Blick an. […]
Diese Kompositionen sollen dem Betrachter offensichtlich weh tun, indem sie durch die surreale Kombination von rational nicht zu vereinbarenden Elementen imaginäre Bilder des Lebens in modernen Großstädten entwerfen, die als Metapher für die tiefe Leere, Einsamkeit und seelischen Verletzbarkeit ihrer Bewohner zu verstehen ist.
„Error“ nennt die Künstlerin diese Serie, Fehler in unserem Leben, die durch die teilweise verwendeten 3-D-Techniken in den Bildern hervorgehoben werden.“

Dr. Annette Wauschkuhn-Nagel, Kunsthistorikerin

Gajek ist Absolventin (2008) der Akademie der Schönen Künste in Danzig, Polen, Malerei und Siebdruck.

Grafischen Charakter besitzen die Werke von Alexander Habisreutinger, der als Meisterschüler von Gustav Kluge sein Studium an der Karlsruher Akademie 2008 abschloss. Sowohl seine Druckgrafiken und Sperrholzzeichnungen als auch seine Skulpturen offenbaren die Linie als beherrschendes Gestaltungsmittel. Auf seinen klassisch anmutenden Radierungen scheinen die schlingernden, schwerelosen Linien und Knötchen in wimmelnder Bewegung begriffen und sich zu kleinen tanzenden oder gar kämpfenden Figuren zusammenzuschließen. Fast meint man, die barocken Schlachtenschilderungen eines Jacques Callot aus dem l7. Jahrhundert als Pate ausmachen zu können, doch offenbaren die schattigen Linien der reißenden Kaltnadel eine informelle Arbeitsweise.

Diese wirbelnden Formen der Radierung tauchen auch in den Sperrholzzeichnungen des Künstlers auf. Technisch sind sie den Radierungen durchaus verwandt, schneidet der Künstler die züngelnden Linien doch mit einem scharfen Werkzeug in die weiß bemalten Platten. Die unterschiedlichen Schichten des Sperrholzes, rotbrauner Leim und hellbraunes Holz, bestimmen je nach Tiefe des Schnittes die Farbe der herausgeschnittenen Fläche. Wie auf den bedruckten Blättern scheinen sich die schwirrenden Knäuel zu organischen Wesen zusammenzubinden und plastisch aus der Fläche zu treten.
In seinen lnstallationen führt der Künstler die Linie endgültig in den Raum:
Holzskulpturen, die reliefartig aus der Wand wachsen oder sogar den ganzen Saal durchmessen, verbinden sich zu plastischen Linienknäueln….
Auch hier offenbaren die Formen einen organischen Charakter, wobei die Schwerelosigkeit seiner zweidimensionalen Liniengespinste im Raum eine große Bewegungsfreiheit evoziert.

Dr. Dorit Schäfer