Künstler

Catherine Bourdon

„Wegrand-grün“, 2017

„Wegrand-bunt“, 2017

„Bäume“, 2017

„Autobahn-schnell“, 2017

Landschaftsbilder

Farbmasse geschmiert, getropft, dick, dünn, glänzend oder matt aufgetragen.
Der spontane Gestus des Action-Painter steht gleichgestellt neben einer manieristisch gemalten Figur und dem Benutzen von Sprayer-Schablonen oder Collagen und Transferbilder.

Leinwand und Sujet sind die Spielwiese für neue Experimente und Spieltrieb innerhalb ihrer Recherche.

In meinen letzten Arbeiten beschäftige ich mich mit dem Thema Landschaft.

Wie kaum ein anderes Medium eignet sich die künstlerische Landschaftsdarstellung dazu, die Rolle des Individuums in der Welt und den Blick des Einzelnen auf seine jeweilige Umwelt zu reflektieren:
Landschaftssicht ist immer auch Weltsicht.

Zunächst, so scheint es, ist die Landschaft Teil von der Natur und somit auch ein Sinnbild des von selbst Gewachsenen, ohne jeden Eingriff von Seiten des Menschen. In unserer Vorstellung bildet sie immer noch einen Gegensatz zum Artifiziellen.

Dabei ist die uns heute umgebende Landschaft selbst ein Ergebnis menschlichen Eingreifens, was in unseren Breitengraden kaum zu übersehen ist. Können wir unter diesen
Umständen noch den Naturbegriff verwenden oder sprechen wir bei Landschaft heute in höchstem Maße von Kulturlandschaften?

Welche Auswirkungen haben diese Einsichten auf künstlerisches Handeln heute? Weit entfernt von der romantischen Vorgehensweise des Eintauchen in der Natur dienen mir
Aufnahmen aus dem Auto als Vorlage, die ich bei Autobahnfahrten mache. Dieses Paradox verarbeite ich durch das klassische Format der Malerei.

In der Rolle des Zeitzeugen dokumentiere ich und verarbeite die Bilder- und Informationsflut.

Das Sujet ist der Anlass für die Farbe. Die Materie wird zum Sujet. Da ich meine Farben und Bindemittel selber herstelle, spielt der Entstehungsprozess eine zentrale Rolle, der auch sichtbar bleiben soll, und mit dem Sujet um den Vorrang ringt.

Catherine Bourdon