Künstler

Jill Tegan Doherty

„To Hear The Wind in the trees“, 2016 ,
Radierung auf 300gsm Hahnemuelle Druckpapier, 36 x 26 cm

„Can You Still See Me“,
2016, Radierung auf 300gsm Hahnemuelle Druckpapier, 36 x 26 cm

„The Hoax“, 2016,
Radierung auf 300gsm Hahnemuelle Druckpapier, 36 x 26 cm

„Adrift“, 2016,
Radierung auf 300gsm Hahnemuelle Druckpapier, 36 x 26 cm

„A Luring Disguise“, 2016,
Radierung auf 300gsm Hahnemuelle Druckpapier, 36 x 26 cm

„Komm Mit Mir“, 2015,
Oil on canvas, 148 x 171 cm

„Gideon“, 2015,
Oil on board, 70 x 70 cm

„Komm Mit Mir“, 2015,
Oil on canvas, 104 x 84 cm

„Delphine“, 2015,
Oil on board, 70 x 70 cm

Arbeitsansatz

Jill Tegan Doherty ist eine Künstlerin aus Nottingham, England. 2006 machte sie ihren Abschluss am Chelsea College of Art and Design (London). Sie wohnt und arbeitet in Berlin.

Nach einer erfolgreichen Zeit in London, wo sie an zahlreichen Ausstellungen teilnahm –– darunter die Sommerausstellung der Royal Academy, die Mall Galleries im Rahmen der jährlichen Ausstellung der Society of Women Artists und die Millenium Gallery in St Ives, kuratiert vom House of Fairy Tales (Haus der Märchen) –– zog sie im November 2011 nach Berlin, um die hiesige Kunstszene zu infiltrieren. Sie hatte in der Hauptstadt bisher fünf Solo-Ausstellungen.

Dohertys Arbeit stellt oftmals verdrehte geologische Formen und verstörende Verbindungen von Menschen und Tieren dar. Das Ungewisse und das Unsichtbare werden auf der visuellen Platform offengelegt; der Betrachter damit konfrontiert.

Die Leinwand wird zu einer Bühne, auf der das Unterbewusstsein seine Rolle in der ‚physischen’ Welt einnehmen und sein verwirrendes Schauspiel aufführen kann. Dohertys Gemälde bieten ein reizendes und köstliches Gericht, das zu verdauen dem Betrachter nicht zwingend leicht fällt, doch ihn langfristig ernährt.

Physische Instabilität ist in Dohertys Werk ein spielerischer Akt, der sich an Motiven wie metaphorische Tiere oder Vogelköpfe festmacht, die mit menschlichen Körpern verschwimmen. So werden nicht nur die Grenzen zwischen natürlichen Kreaturen gebrochen, sondern auch die zwischen physischen und nichtphysischen, bewussten und unbewussten Zuständen.

Die Schönheit der Natur und ihre Beständigkeit finden in Dohertys reaktiver Farbverwendung und Detailarbeit ihre Entfaltung. Das Werk spricht zu uns von der conditio humana und von unserer Stellung in der Welt.

Die metaphorischen Mischwesen erscheinen der Farbenwelt entsprungen. Bekleidet mit Fliege und Weste treten sie still in Erscheinung. Sie wirken zart und verletzlich in ihrer feinen Farbgebung und dem weichen Pinselstrich. Es sind die Mischwesen, sie leben in der Welt des Menschen. Es ist das Unbewusste, aus der Welt des Traumes.

Bei der Mischung der Farbpigmente geht die Künstlerin traditionell vor, und die Modellierung der Außenrahmen weisen eine unübersehbare Kunstfertigkeit auf.

Es sind zarte surreale Tiergemälde, die sich auf subtile und ästhetische Weise auszudrücken vermögen. „Sie haben etwas Unheimliches und Verstörendes an sich, die verschwommenen Kreaturen, die unter Dohertys Zeichenstift entstehen und doch ist es schwer, den Blick von ihren Leinwänden abzuwenden. Es ist, als ob eine magnetische Kraft uns dazu zwänge, ihre Bedeutungen in Frage zu stellen und zu verstehen. Echte mentale Kurzschlüsse und die Faszination für das menschliche Unterbewusstsein sind die Quellen, aus denen diese junge britische Künstlerin ihre Inspiration schöpft.”

(aus: Lidia Casari, Rezension „Anatomy of a Thought” (Die Anatomie eines Gedanken), veröffentlicht in KiT Magazine, Januar 2013.)