Künstler

Johannes Höller | strandspaziergang

Arbeitsweise

Johannes Höllers Arbeiten sind fotografische Untersuchungen am Rand der Komfortzone.

Seine Bilder zeigen Versuche, unbequeme Themen zu verstehen und in Zusammenhänge einzuordnen – Antworten gibt er keine. Er bietet dem Betrachter an, seinen Standpunkt einzunehmen, eigene Schlüsse zu ziehen und sich selbst in der Fragestellung zu erkennen.

Kunsthistorische Abhandlungen und Vergleiche oder sprachlich ingeniöse Konstrukte zu seiner Arbeitsweise hält er für obsolet.

Nach einer Ausbildung zum Fotografen, Arbeit in Fotostudios, zahlreichen Assistenzen bei verschiedenen Fotografen, einem Kunststudium und einem kurzen Ausflug in die Werbung, lebt und arbeitet Johannes Höller seit 2015 in Mannheim.

In seiner aktuellen Arbeit „Strandspaziergang“ untersucht er die ästhetische Seite des Müllproblems. Der Natur ist es ziemlich egal, was wir ins Meer kippen. Sie tut, was sie immer tut – zerreibt, zerlegt, zersetzt. Integriert den Plastikmüll in ihre Kreisläufe und lässt dabei wunderschöne Kompositionen entstehen.

Zeigt man dem Betrachter die gewohnten ekligen Seiten des Mülls, reagiert er mit Abwehr, sucht Ausreden oder zeigt auf andere, die noch viel schlimmer handeln. „Strandspaziergang“ nähert sich dem Thema von einer scheinbar schönen Seite und gibt ihm die Möglichkeit, sich selbst als Teil natürlicher Kreisläufe zu erkennen. Er kann verstehen, dass ihm das weggeworfene Plastik irgendwann wieder begegnen wird und er seine Verantwortung nicht abgeben kann.

Asche zu Asche, Staub zu Staub, Plastik zu Mikroplastik

Johannes Höller