Künstler

Julia Schmalzl

Ohne Titel, „Drei“, 2017,
Öl auf Papier auf MDF-Platte, 56 x 42 cm

Ohne Titel, „Kuss“, 2017,
Öl auf Papier auf MDF-Platte, 56 x 42 cm

Ohne Titel, „Beine“, 2017,

Öl auf Papier auf MDF-Platte, 56 x 42 cm

Ohne Titel, „Kuss 2“, 2017,
Öl auf Papier auf MDF-Platte, 56 x 42 cm

„Rest(less)“, 2017,
Öl und Lack auf Leinwand, 156 x 107 cm

Ohne Titel, „Niesen 2“, 2016,
Öl auf Leinwand, 145 x 95 cm

Inszenierte Privatheit, Artist Statement

Mein Name ist Nikita66, weiblich, 27 Jahre alt, 1,76 m, 57 kg, Körbchengröße: 75B, ich rauche und trinke gelegentlich. Ich bin rasiert. Ich lebe in Karlsruhe, Baden Württemberg.
Mein Lieblingsessen ist Sushi.
Arbeitsnotiz, 2016

Mit einem digitalen Alter Ego ist es möglich, eine zweite Identität in einem sozialen Netzwerk zu konstruieren. Masken, Posen, Kostüme, der Privatraum als Bühne, Manipulation von Bildern, Bild im Bild Szenerien, sind nur einige Faktoren, die mich in der Bildfindung beeinflussen. Ausgangspunkt meiner Malerei sind digitale Profilbilder aus dem Internet. Das heisst ohne digitales Foto gibt es keine Malerei.

Was bedeutet es, Macht über die eigene Inszenierung zu haben? Was bedeutet dies für den Betrachter? Ist sein Blick nun ein voyeuristischer Blick auf eine intime Szenerie, oder entpuppt sich die Darstellung als eine bewusste „narzisstische“ Inszenierung einer fiktionalen Privatheit? In welchem Maß prägen mediale, popkulturelle Einflüsse die jeweiligen Inszenierungen und konstruieren somit ein aktuelles Bild der Jugendkultur? Welchen Einfluss hat die Vervielfältigung dieser Bilder mittels der Malerei? Mit dem malerischen Prozess kann ich sie einfangen und Besitz davon ergreifen.

Die Fülle an Bildern und die damit verbundene ständige Verfügbarkeit stehen im Kontrast zum langsamen Malprozess. Die von mir gesammelten fotografischen Vorlagen werden auf Codierungen untersucht und von mir malerisch neu inszeniert. Wie viel Nähe kann ein Bild erzeugen, bzw. wann versperrt es sich? Dieser Frage gehe ich nach, indem ich die Malerei Schicht für Schicht mit Öl und Lackfarbe aufbaue. Die Nähe der Ölfarbe und die glatte, zurückstoßende Eigenschaft des Lacks bieten für mich eine gute Grundlage, meine malerischen Forschungen voranzutreiben.

Meine Arbeit findet zum grössten Teil im Atelier statt. Ich arbeite meist seriell, um Aspekten meiner Fragestellungen nachzugehen. Ich arbeite direkt auf der Leinwand ohne Vorstudien, weshalb sich die Bilder ständig verändern.