4 – 4 – 2 rotation

4 – 4 – 2 rotation ist eine Adaption, eine Fortführung des Ausstellungskonzeptes von „Zwischenspiel: 5×2“, das mich im Sommer 2015 im Museum für Photographie in Braunschweig inspiriert hat und ich übernehmen
durfte.

Basierend auf der Idee innerhalb des Ausstellungszeitraumes einen Wechsel der ausgestellten Arbeiten vorzunehmen, werden live während der Midissage jeweils die ersten beiden Photographien der 4 Photographen gegen zwei andere, aus der selben Serie Stammende, ausgetauscht – eine Rotation findet statt.

Die einzelnen Serien entwickeln sich im Kunstraum fort, gleich dem künstlerischen Entstehungsprozess.

Kunst dient zur Selbsterkenntnis, Reflexion über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft oder der Wahrnehmung von Wirklichkeit.

„Kunst ist immer persönlich.
Ist sie es nicht, ist es keine Kunst.“
Liv Ullmann

Photographie, generell mit Objektivität in Verbindung gebracht, im Sinne von Dokumentation, ist dem Grunde nach subjektiv.

Der Blick der Kamerakünstler – von innen nach aussen – ihre Wahl des Motivs, des Ausschnitts, des Augenblicks, der Inszenierung, der Farbgebung, der Nachbearbeitung – von aussen nach innen – zieht und führt den Blick des Betrachtenden direkt in ihre persönliche Welt, ihre persönliche Sicht- und Denkweise.

Jiwon Kim manifestiert diesen hehren, personifizierten Anspruch innerhalb ihrer konzeptionellen Serie „Das Haar der Künstlerin“, indem sie eines ihrer Haare in Kunsträumen an Kunstobjekten deponiert und diese momenthaft vergängliche Situation photokünstlerisch in Szene setzt.

Michael Lucero lässt die seine Bilder Betrachtenden Anteil haben an seiner eigensinnig humorvollen Sicht, die seine persönliche Interpretation des Wesens des Lebens impliziert.

Yashar Mazidi lässt „us/uns“ durch seine forschenden und beobachtenden Augen auf Details unserer persönlichen, allgegenwärtigen Umwelt blicken, wie wir sie oftmals im einzelnen nicht bewusst wahrnehmen. Indem er die Alltagsästhetik zum Thema macht, extrahiert er sie aus ihrem Kontext und positioniert sie in einem Rahmen an der Wand. Die Titelgebung der Bilderserie „us/uns“ legt dar, um wen es in diesen Werken geht.

Sarah Straßmann hat das klaustrophobische Ereignis des tatsächlich unverhofft Eingeschlossen-Seins in Kombination mit persönlichen Kindheitserinnerungen zur photographischen Konfrontation und Interpretation ge- und benutzt, in und mit dem Raum, in dem sie gefangen war.

Vom 20.11.2015 – 11.12.2015 findet eine Ausstellung von Anna Gawlikowskas Arbeiten in Kooperation mit Thomas Mientus in dessen Showroom in Aachen statt – eine der beiden polnischen Künstlerinnen, die ich bereits gezeigt habe.

Die nächste Ausstellung bei [Kunst] PROJEKTE ist für 15.01.2016 – 12.02.2016 geplant, eine Kooperation mit galeriebiesenbach, Köln.