Ausstellungen

Augenblick

15.03.2019 | 19:00 Uhr

15.05. | 22.05. | 29.0. | 29.05
31.05. | 05.06. | 12.06. | 14.06.2019

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1:06

[Kunst] PROJEKTE freut sich, Ihnen die Werke des südkoreanischen Malers Gyeore Lee und der Bildhauerin Luba Bakičová aus der Slovakei zu präsentieren.
Die Beschreibung der Werke von Gyeore Lee ist einfach: Seine großformatige Malerei zeigt mit lockerer und sichtbarer Pinselstruktur zumeist Personen, die kein Gesicht haben, sich einen Gegenstand oder den Sonnenuntergang anschauen; manche stemmen sich gegen den Bildrahmen oder lehnen sich an ihn. Damit werden Begrenzungen sichtbar, innere und äußere.

Die Materialsprache von Gyeore Lee ist ausbalanciert. Es geht ihm nicht um ein Kräftemessen. Er verzichtet auf den übermäßigen Einsatz von Farbe und eine scharfe Konturierung der Figuren, die sich auf diese Weise von dem hellen monochromen Hintergrund nur schemenhaft, nahezu durchscheinend abgrenzen. Es führt kein Weg in die Tiefe. Die Malweise kreiert eine Atmosphäre des Ephemeren, die auf das Einfangen einer Stimmung abhebt oder auf das Festhalten einer Bewegung des Erscheinens, des Konkretisierens einer Situation, einer Grenze. Poetisch akzentuiert insbesondere in der Arbeit „Sunset“, auf dem eine Frau und ein Kind einen Sonnenuntergang betrachten und ihren Blick in die Weite richten, in eine Welt ohne Grenzen. Ob das gelingt, darüber lässt uns Lee im Unklaren.

Das junge Werk Gyeore Lees beginnt in der Kunstszene Fuß zu fassen. Er ist inzwischen auf zahlreichen Ausstellungen zu sehen. 2018 war er im Rahmen des International Art Programms in Leipzig mit einer großen Werkschau vertreten.

Luba Bakičová gilt als eine der herausragenden Absolventinnen des renommierten „Glass Studios“ der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Tschechien. Inzwischen sind ihre Arbeiten auf zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen und bekommen Preise. Dies verwundert nicht, denn ihre Skulpturen aus Glas und Beton erregen Aufsehen. Die Materialien gehen in den Werken eine faszinierende Verbindung ein, so
dass der Betrachter glaubt, „mit den Augen zu fühlen“ – mit den Worten Willi Baumeisters gesprochen.

Beeindruckend ist die Einfachheit der Skulpturen Luba Bakičovás: Sie werden ohne Kontext präsentiert. Es gibt weder Texte oder Zeichnungen, die den Blick lenken. Das handwerkliche der Komposition und der Sehsinn werden angesprochen. Nur schwer können wir den Blick von den skulpturalen Anordnungen wenden aus denen sich die mächtig leuchtenden Glasgebilde in Blau und Orange ergießen und mit dem Beton
verschmelzen. Sie geben dem harten Material einen fließenden umgarnenden Schwung; es ist als wohne man einer energetischen Perfomance bei.
Dabei sind die Skulpturen für Luba Bakičová nicht nur ein ästhetisches Vergnügen. Sie sind auch ein künstlerisches Experiment. Die strenge sachliche Komposition der Werke lässt zugleich an eine fotografische Beobachtung denken mit der ein entscheidendes Moment im Transfer unserer wahrgenommenen Wirklichkeit in eine Bildwelt festgehalten wird.

Dr. Christine Karallus