Ausstellungen

Augenblick

25.01.2019 | 19:00 Uhr

29.01. | 06.02. | 08.02. | 13.02.
15.02. | 20.02. | 22.02. | 27.02.2019

17:00 – 19:00 Uhr

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Silent Pillow

Künstler sind oft Einzelkämpfer. Die Zeiten sind passé, wo sie sich zu Avantgardegruppen zusammenschlossen und Manifeste verkündeten. Trotzdem hat es immer wieder Künstler gegeben, die lieber zusammenarbeiten wollten – als Paar.

Diese Zusammenarbeit kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein: Da gibt es die Ateliergemeinschaft von Auguste Rodin und Camille Claudel und ihr kompliziertes Lehrer-Schüler- und Liebesverhältnis, das Künstlerehepaar Christo und Jean-Claude mit der Teilung künstlerischer und organisatorischer Arbeit in gemeinsamen Projekten oder das schwule Künstlerpaar Gilbert & George, das in Kunst und Leben völlig zu verschmelzen scheint.

Alle diese Arten von Kollaborationen setzen einen Kontrapunkt zur Vorstellung vom Künstler als einsamen Genie. Inspiration vollzieht sich bei ihnen in einem sozialen Raum. So auch bei Cordula von Heymann und Nina Koželj. Ihre Zusammenarbeit ähnelt eher der von Musikern, die solo oder in wechselnden Ensembles spielen und sich so zu neuen Facetten ihrer Musik inspirieren lassen.

Dabei ist vor allem das Zusammentreffen von Malerin und Bildhauerin für sie fruchtbar. Die Grenzen zwischen Malerei und Bildhauerei sind ja heute fließend geworden, und beide Künstlerinnen sind in beiden Medien aktiv. Seit Beginn ihrer Zusammenarbeit 2014 haben sie sowohl Gemeinschaftsbilder als auch Gemeinschaftsskulpturen erstellt. Dies erfordert oft einen Teil Organisation über Landesgrenzen hinweg: Nina Koželj lebt und arbeitet nämlich in Slowenien. So entstehen für die vorliegende Ausstellung Zweierobjekte, deren Einzelteile getrennt produziert werden und erst unmittelbar vor der Ausstellung zusammengebracht werden. Erst dann werden sie sehen können, ob die Werke funktionieren. Ein Wagnis, welches die Künstlerinnen gerne eingehen. Fünf Jahre fruchtbarer Zusammenarbeit in einer verbindenden Kunstauffassung sind eine gute Vertrauensbasis.

SILENT PILLOW heißt die Ausstellung. Es geht um Träume, Alpträume und die Spuren, die morgens noch von ihnen bleiben. Jeder hat schon mal erlebt, wie schnell die Erinnerung an einen Traum der letzten Nacht verbleicht, wenn sie Sonnenstrahlen, Kaffee oder der morgendlichen Dusche ausgesetzt ist. Das Kissen als stummer Zeuge, der die Mitwisserschaft über alles Geträumte der Nacht in sich birgt und nicht mehr preisgibt, ist ein schönes Bild. Normalerweise ist die Darstellung von Träumen ja mehr die Domäne der Malerei, doch hier wird das Thema in bildhauerischen Objekten aufgegriffen. Auch das ein Wagnis. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein.

Sebastian Quedenbaum