Ausstellungen

Augenblick

18.10.2019 | 19:00 Uhr

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SICH SEHEN LASSEN

Unter dem Titel SICH SEHEN LASSEN präsentiert [Kunst] PROJEKTE in einer Einzelausstellung die in Mannheim geborene Malerin Julia Schmalzl. Ihre großformatig, zumeist seriell angelegten Bilder in Öl und Lack bebildern Szenen, Gesten und Posen unserer Lebensverhältnisse, der Jugend- und Subkultur und der „Share Gesellschaft“, wie sie durch die sozialen Medien und ihrer Auflösung von Privatheit und Öffentlichkeit geprägt ist. Zu sehen sind Menschen, die Selfies machen, nervös auf ihr Smartphone schauen, sich küssen oder wie Narziss ihr eigenes Ich bespiegeln.

Julia Schmalzl arbeitet figürlich und bewusst ohne Vorstudien. Die Farben sind mit einem schwungvoll, kräftig flächig geführten Pinselstrich aufgetragen und nicht zwingend streng voneinander abgegrenzt. Oft dominiert ein Farbton im Bild, blau, ein orangerot oder gelbgrün, der unseren Blick führt oder anhält. Das, was uns die Künstlerin durch diese Malweise „sehen lässt“, evoziert Nachdenklichkeit, Irritation und hat etwas Provokantes. Es ist die Faszination und das Begehren an der eigenen Inszenierung und der Präsentation intimer Befindlichkeiten, dem Julia Schmalzl nachspürt und damit die aktuelle Frage nach der Bedeutung von Authentizität im realen gesellschaftlichen Miteinander aufwirft.

„Interagieren wir miteinander oder inszeniert sich jeder selbst in seinem Gegenüber?“, fragt Julia Schmalzl.

Julia Schmalzl hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe studiert. In den Jahren 2012 und 2014 erhielt sie den Förderpreis der Kunstakademie; im Jahr 2017 wurde sie in das Förderprogramm der GOPEA, galery of pre-established art, Nordhorn aufgenommen.

Dr. Christine Karallus