Künstler

Joachim Bopp

o.T., 2013,
Mischtechnik auf Leinwand, 23,5 x 17 cm

„Durchkreuzte Tage“, 2013,
Acryl auf Leinwand, 50 x 60 cm

o.T. 2013,
Mischtechnik auf Leinwand, 40 x 30 cm

o.T. 2013,
Mischtechnik auf Leinwand, 40 x 30 cm

o.T., 2011,
Mischtechnik auf Holz, 39 x 55,5 cm

o.T., 2016,
Mischtechnik auf Holz, 25,5 x 18 cm

„Maria“, 2013,
Mischtechnik auf Leinwand, 180 x 130 cm

„Die Versammlung“, 2013,
Mischtechnik auf Leinwand, 30 x 40 cm

o.T., 2012,
Mischtechnik auf Leinwand, 90 x 90 cm

Joachim Bopp – ein Überzeugungstäter

Ein wahrlich ernsthafter Künstler, der es dem Betrachter durch seine Kompromisslosigkeit, seiner Ablehnung allen Oberflächlichen und jeder Effekthascherei nicht einfach macht, nicht einfach machen will. Er vermeidet alles Aufdringliche und allzu subjektiv Gewolltes.

So sind die meisten Werke ohne Titel, denn die Inhalte sind vielschichtig und schwer verbalisierbar. Er lässt die Bilder ohne die Brücke eines Titels auf den Betrachter wirken. Er gibt keine Bedeutung vor. Vieles ist weiss verschleiert und verbleibt als Andeutung. Die Rätselhaftigkeit der Bilder zwingen zum Nachdenken, bieten Raum für verschiedene Wahrnehmungsansätze und Realitäten.

Es entstehen imaginäre Welten. Bopp fordert, die Menschen durch die Betrachtung am Imaginären teilhaben zu lassen.

Sparsame Farbwahl lässt die sensibel getönten Flächen fremdartig und distanziert erscheinen.

Mit einem Stein, aus dem er einen handgefertigten Stempel schnitzen liess, der seine stilisierten Initialen erkennen lässt, signiert er seine Arbeiten. Mit einem Stein aus Asien. Begegnungen mit der Welt Asiens haben ihn durch zahlreiche längere Reisen geprägt.

Diese grundlegenden Erfahrungen bringen Abgeklärtheit und Ruhe in Bopps Bilderwelt. Bewusst oder intuitiv verbindet er meditative Stille und westliche Sicht zu symbiotischer Eintracht.

Freiheit der Wahrnehmung

Es ist offenkundig, dass wir hier nur Teile eines Ganzen sehen, das uns verborgen bleibt. Unser Verstand will diese Sequenzen ordnen, strukturieren und in ein System bringen. Wie ist der Zusammenhang? Gibt es einen? Zeitlich? Räumlich? Was nehme ich wann, in welcher Reihenfolge, wie und warum wahr?
Die Bildgestaltung durch Joachim Bopp gibt uns hierauf keine Antwort. Sie provoziert vielmehr die Fragen.

Bopps Bilder spielen mit der verstandesmässigen Wahrnehmung, indem sie das Bedürfnis nach einem System der vorgegebenen Ordnung verweigern.

Auf den ersten Blick dominiert in der Fläche fast immer Weiss als Farbe. Man nimmt sofort einzeln gestaltete Bildsegmente wahr und sucht nach einem Zusammenhang, einer Verbindung. In der visuellen Erfassung springt das Auge unwillkürlich von den detaillierten Segmenten zum Flächigen und umgekehrt. Es gibt weder Formen noch Farben, die das Auge des Betrachters durch das Bild führen. Es entsteht eine Wirkung bewegter Ruhe.

Letztendlich wird die Frage nach der verstandesmässig erfassbaren Ordnung in Szene oder besser: in Sequenz gesetzt – die Antwort muss der Betrachter für sich finden. Oder positiv ausgedrückt: die Bilder bleiben in ihrer schöpferischen Gestaltung bezüglich einer vorgegebenen Ordnung frei und geben damit auch dem Betrachter die Freiheit, das Was und die Ordnung des im Bild Sichtbar gewordenen selbst zu erschaffen.

Demut vor dem Chaos im Sinne eines bewertungsfreien Zustandes, der alles, was ist, gleichwertig sein lässt, ist eine der Haltungen, die dem Schaffungsprozess der Bilder zugrunde liegen.