Künstler

Juliane Gutschmidt

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Arbeitsweise

Juliane Gutschmidt setzte sich bereits damals, als sie in Düsseldorf ihren Master in Kommunikationsdesign zu studieren anfing, zunächst interdisziplinär mit Mustern auseinander. Als ihr immer wieder kreative Arbeiten mit Pixelfehlern begegneten, war sie davon so sehr in den Bann gezogen, dass sie die eigentliche Thesis verwarf.
Sie schrieb zunächst Überlegungen, wie in dem Genre „Glitch Art“ Zusammenhänge zwischen Ästhetik und Zweckentfremdung hergestellt werden.en Wahrnehmung am nächsten kommt.

Wenn ein technischer digitaler Körper einen Schaden erleidet, überlegt man sich, ob man es reparieren lässt. Oft ersetzt man es durch ein neues. Um es zu reparieren, muss man sich mit dem Objekt beschäftigen, was durch die Verbauung des Innenlebens immer schwerer wird. Die Konsumgesellschaft wird von der „Neuen Destruktion“ indirekt in Frage gestellt, indem das Beschädigte wieder neuen Wert erhält und als Kunst zweckentfremdet wird. Mit der Wortneuschöpfung „Neue Destruktion” möchte Juliane Gutschmidt einer digitalen Kunstbewegung einen Namen geben, die bislang nur in fragmentierter Form existiert. „Destruktion“ verweist auf den Akt des künstlerischen (Zer-)Störens, der einen Eindruck in das Innenleben gibt. Die Fehlervielfalt wird in ihren Arbeiten künstlerisch verarbeitet. Als technische Grundlage dient das Databending (dt. „Daten verbiegen“) – ein Begriff, der sich an der elektronischen Stromschaltung anlehnt und auf den künstlerischen „Missbrauch“ von Informationen anspielt. Databending ist eine leichte „Haushaltsmethode“, um visuelle Datenkunst zu entwickeln. Jedoch erfordert das „Databending“, „Datamoshing“ oder „Circuitbending“ in komplexen Fällen Aufwand und Geduld.

Nur selten ist bereits das erste Ergebnis für die Künstlerin zufriedenstellend. Die Daten werden so lange weitergestört, bis der sogenannte „Glitch-Momentum“ ihren Ansprüchen genügt. Danach macht sie sich Gedanken, wie man dieses Ergebnis in ein anderes Medium überführt, um es der Umwelt angemessen widerzuspiegeln. Ihr geht es darum, dass der Mensch als Konsument einen Einblick erhält in das, was hinter komprimierten Medien steckt.