Künstler

Udo Rein

„udorein la-mre“, 2017,
Öl und Acryl-Collage auf Leinwand
100 x 130 cm

„udorein Russian-Sex“, 2002,
Öl und Acryl-Collage auf Leinwand,
60 x 60 cm

„pd662 caddystop4 black“,
Öl und Acryl-Collage auf Leinwand,
60 x 60 cm

„pd663 caddystop5 red“,
Öl und Acryl-Collage auf Leinwand,
60 x 60 cm

Arbeitsweise

It starts as a film and ends in a painting.

Udo Rein, früher alias Redo, fühlt sich in seiner Arbeit mit Fotografien und Collagen von Robert Rauschenberg,Ray Johnson, Richard Hamilton und Mimmo Rotella verbunden und fand seine Technik in der besonderen Verarbeitung als Collage auf Holzpanels. Es handelt sich dabei um eine individuelle Ausdrucksweise, die aus der Erfahrung mit Pop und Street Art entspringt. Kunstrichtungen, die einen starken Einfluss auf Reins künstlerischen Werdegang hatten.

Collagen von Titeln des Time Magazine gefertigt, waren Idee und Ursprung seiner heutigen Arbeit.

Am Anfang von Reins Arbeit steht die Beobachtung und filmische Dokumentation, die oft das Ergebnis von wochen-, monate-, ja manchmal sogar jahrelanger Arbeit ist. Aus diesem Dokumentarmaterial entsteht zunächst eine künstlerische Filmversion, die der Künstler dann zu Film-Stills weiterverarbeitet, die als Grundlage für Collagen auf Holzpanels dienen, in Verbindung mit Malerei, für die er Öl- und Acryl-Farben verwendet. Von Filmen zu Standbildern und von diesen zu Collagen auf Holz – aus sich selbst entwickelte Serien von Dokumentarfilmen mit den dazugehörigen Video- Installationen und Collagen. It starts as a film and ends in a painting.

An vielen Orten weltweit filmt er soziale und kulturelle Kontraste als Ausgangsmaterial. Gegensätze werden einander gegenüber und in Frage gestellt, Reproduktionen von Bildern, die aus der Erforschung oftmals schon vergessener urbaner Situationen kommen. Geprägt ist seine Arbeit von sozialkritischen Themen, wie den Townships Südafrikas oder dem Leben Obdachloser in allen Teilen dieser Welt, den Clochards und Unangepassten und deren Art, die Zeit zu verstehen.

In Zusammenarbeit mit Cultural Affairs entstand das international angelegte Kartenprojekt „Heimweg“ (the way home) mit Künstlern wie Pipilotti Rist, Richard Long, Kasper König und Jonathan Gallan.

Ein anderes vom Künstler entwickeltes Projekt ist „Why cant Afghani people smoke“, eine dokumentarische Umsetzung der kriegerischen Auseinandersetzung in Afghanistan und der Problematik der Frauen dort. Weiter zu erwähnen, ist das Projekt „Exit Babel“ (Babylons Schatten), eine auf Dokumentation basierende
surrealistische Umsetzung der Geschichte von John, eines Mit-Inhaftierten von Nelson Mandela, der heute Touristen auf der Gefängnisinsel Robben Island führt und so seine Vergangenheit aufarbeitet. Der Film wurde zum ersten Mal an der Bauhaus-Universität in Weimar im Rahmen des internationalen Projektes „Babels Shade“ vorgestellt.

In Cuba, Chile und Argentinien – Madres de Plaza de Mayo – versucht der Künstler, das unerklärte Verschwinden von Menschen, sei es wegen Völkerbewegungen, Naturkatastrophen, religiösen Hintergründen oder Vertreibung, aufzugreifen.
Die Gegenüberstellungen, die der Künstler wählt, um seine Ideen auszudrücken, könnten konträrer nicht sein: Cuba, Ibiza, Macht, Verfall, Regime, Diktatur, Lust, Energie, Fassade, Kraft, Angst, Krieg und Tod werden in ihren möglichen und vielfältigen Variationen als gesellschaftliche Dispositionen aufgezeigt.
Die Wahrnehmung seiner Umgebung löst, wie der Künstler sagt, enorme Impulse in ihm aus und motiviert seine Dokumentationen, wie etwa „Gazela“, eine Aufarbeitung der in Auffanglagern in Belgrad lebenden Sinti und Roma.

Seit einigen Jahren arbeitet Udo Rein mit der Galerie Bhak, eine der führenden Galerien in Seoul (Südkorea)zusammen.